die ferne so nah

Samstag, 22. Juli 2006

Sommer ist's

Woran man erkennt, dass der Sommer endlich da ist:
- das Frieren hat ein Ende
- die Stadt ist mit Baustellen zugepflastert
- es ist so still...
- die Vögel zwitschern aus Angst vor Dehydrierung nicht mehr
- die Kinder streiten vor Hitzelähmungserscheinungen nicht mehr
- Freunde und Nachbarn halten einen von der Arbeit ab
- man lässt sich von Freunden und Nachbarn gern von der Arbeit abhalten
- alle haben frei, nur man selber natürlich nicht
- ganz Österreich grillt in der Sonne respektive auf dem Rost
- man kauft sich einen Bikini und zieht ihn nicht an, weil die gleichnamige dazugehörige Figur (ganz unvermutet natürlich) abhanden gekommen ist
- alle chillen und grillen
- man denkt libidinös an schweißaufeinanderklebende Körper (super!) und setzt dies mit einem bisschen Glück auch um.
- man weiß, dass man auch bald auf Urlaub sein wird (yippee)

ABER: das allerbeste am Sommer ist
- man braucht nach dem Waschen keine lästigen, irgendwo in den Tiefen eines Flusensiebs gelandeten "Sockenbrüder" suchen!! Ja, das ist Sommer, das ist Leben!

Dienstag, 2. August 2005

back from the roots

wäre eigentlich gar kein übler songtitel
in diesem Fall sollte es aber nur die Ankündigung darstellen, dass Frau Oll-Freilich nun den Ferien eine Absage erteilt (erteilen muss, ok)
Und wie es eben so ist, zerplatzen schöne Zeiten wie...

p1000715

...mit dem Unterschied, dass sie schöne Gedanken und gute Gefühle hinterlassen, und nicht bloß einen Seifenklecks

Montag, 30. Mai 2005

retrospektiven - ferne

Dieser Sommer wird heiß. Zum Zwecke der Vorverkostung sommerlicher Seelengenüsse hat sich die Freilich gen Süden aufgemacht. Im besten aller Lieblingsnachbarländer hat sich so einiges getan in letzter Zeit. Man taucht das Leben in trendige Melancholie, die sich optisch wie akustisch sehr gefällig äußert.
Die Motorradparkplätze sind gesäumt von Vespas im Retrolook
vespa_250
und in den Straßen der Großstädte düsen die neuen Lancias herum
lancia yps
Und als die Freilich bei einem feinen Cappuccino auf der Terrasse saß, eine feine Brise die feuchte Luft des Sees wohlwollend herbeitrug und sich der Anblick spiegelglatten Wassers bot, da war die Welt in Ordnung. Und italienischen Radiosender spielten die in diesem Jahr gern gehörte Musik, die an U2 und The Doors erinnert und einen zurückversetzt in Zeiten, da man nächstens schwarz gekleidet an lauwarmen Stränden saß und sich einen Joint nach den anderen reinzog (die Freilich natürlich ausgenommen).
Ist das nicht schön?
Im Sommer fahr ich wieder hin und eigentlich möcht ich gar nicht mehr zurückkommen. Neinnein.

Montag, 1. November 2004

Ich flög so gern nach Mexiko!

Es wäre schön, heute in Mexiko zu sein. Dort nämlich freuen sich die Menschen voll einen ab zu Allerheiligen. Die Kinder bekommen Totenschädel aus Marzipan und Schokolade und die Verblichenen werden geehrt wie Superstars. Am Vorabend wartet man mit einer reich gedeckten Tafel auf, an der sich die Verstorbenen in der Nacht, wenn alles schläft, laben. Und die Lebenden glauben tatsächlich daran, dass die Toten davon gegessen hätten. Allerheiligen ist ein Fest der Freude.

Bei uns ist außer der Freude daran, die neu erstandene Herbstmode auszuführen, nicht besonders viel an Glückseligkeit zu erkennen. Zwischen grässlichen Chrysanthemen und Erika knirscht man weihrauchvernebelt ehrfurchtsvoll langsam über den weißen Kies. Der Tod als das ultimative Aus. Wer ist schon bigott genug, um dem eigenen Ableben (und natürlich auch jenem nahe stehender Menschen) etwas Positives abzugewinnen? Jede Ratio ist stärker als der Glaube an ein Leben danach.

Der Tod ist das Nichts. Und der Gang auf den Friedhof eine Ehrerbietung als Antwort auf das schlechte Gewissen darüber, dass wir beginnen, die ehemals Lebenden zu vergessen. Wer will schon dem Nichts ins Auge sehen, dem Unvorstellbarsten aller Unerfassbarkeiten? Wir projizieren die Vorstellung unseres Lebenserhaltungstriebs auf dessen Gegenteil, auf die Nichtexistenz, das Nichtleben der Toten. Wenn das ganze Leben aus Sein bzw. sein Müssen besteht, dann kann das nicht Sein in seiner Fremdheit nur als Feind empfunden werden. Doch um das eigene Skelett wird man nie trauern müssen, und so negativ der Gedanke an das Nichts auch erscheinen mag, wenn man einmal dort ist, wird man ihn nicht (mehr) denken müssen. Und keiner wird je wissen, wie das Nichts wirklich ist (da es nicht ist).

So wird der Gedanke daran, alle Lebensphasen durchschreiten zu müssen, relativ. Ist denn das Alter ein erstrebenswertes Lebensziel? Genauso gut könnte man sich nur die Rosinen aus dem Lebenskuchen picken und sagen:
Have fun,
die young!

Es wäre doch schön ein Surfer zu sein, der auf die perfekte Welle wartet. Das wäre doch viel besser als die landläufig bekannten Selbstmordseminare. Denn man würde mit dem Gefühl des allerhöchsten Genusses und Glücks dem Tod in die Augen sehen. Man hätte sein ganzes Leben auf diesen einen Moment ausgerichtet, in dem man sich mit seinem Brett der ganzen Gewalt der mächtigsten aller Elemente, dem Sturm und dem Wasser, aussetzt. Auf der brechenden Welle würde man dahingleiten, der salzige Geschmack im Mund. Diesen kurzen und erhebendsten aller Augenblicke genießen, in dem man sich eins fühlt mit der Natur des gesamten Universums. Und man wäre selbst ein Teil davon. Das Leben würde an einem vorüberzischen, in Harmonie mit dem ohrenbetäubenden Rauschen der Gischt. Man würde die letzten Sekunden des Lebens mit einem Gefühl verbringen, das alle bisherigen erhellenden Empfindungen in den Schatten stellte.
Ein kurzer Schmerz beim Zerschellen an den Klippen. Und aus.
Das Nichts hat keine Kehrseiten.

La mort en rose…

Sonntag, 17. Oktober 2004

Mitteilung in eigener Sache

Am Freitag, den 15. Oktober 2004, um etwa 13 Uhr, erreichte ein Päckchen der deutschen Post letztendlich doch seine Empfängerin in Österreich.
Die mit tagelangem Hoffen und Bangen erwartete Sendung wurde mit freudigem Aufreißen der Küchentür und einem fast-um-den-Hals-Fallen des Postboten seitens der Empfängerin abgegolten.
Der ansonsten stets freundlich, ja fast mitleidig ihre hier-ist-Ihre-Werbung bringende Postmann schien sichtlich erleichtert, auch diesem Huhn einmal ein Korn in Form eines heut-habe-ich-ein-Päckchen-für-Sie überbringen zu dürfen.
Eigentlich sagte er: „Heit hau i a Paggl fia eana!“

postautoDie Post bringt allen was.
Ihr Postmann macht’s persönlich.

In freudiger Erregung wurde selbstredend unvermittelt auf das Paggl losgegangen, mit Messer und Schere und allem was dazugehört, nicht ohne es vorher eingehend zu beschnüffeln, man weiß ja nie (ich fürchte, ich habe es bereits bei der Überreichung durch den Postmann beschnuppert und will jetzt gar nicht drüber nachdenken, was der sich wohl denken mag).
Kurzum, nach dem Hervorkramen zahlreicher Börsenberichte und Todesanzeigen der Süddeutschen Zeitung sowie der Entwicklung aus Frischhaltefolie, die für die nächsten drei Jahre reichen dürfte, hielt ich sie in der Hand:

die torta casei blasebalgensis

unversehrt in ihrem Zustand, wohlgeformt und geschmacklich vollendet. Mjam.

Danke!

Dienstag, 14. September 2004

betriebsurlaub

wie ist das, wenn so ein tekstatelje betrieblich und zum zwecke des ergötzens verreist.

es schlendert lässig den kai entlang und in einem unbeobachteten augenblick leert es das große hofersackerl, in dem es das ganze jahr über all die hässlichen worte, buchstaben und texte, die der sprache entwachsen sind, sorgsam gesammelt und gehortet hat, ins dreckige hafenwasser. um dann die alten mauern stillgelegter fabriksgebäude, aus denen riesige, wunderbar backsteinfarbene schornsteine wachsen, mit den schönsten slogans und parolen zu beschmieren – ebenfalls heimlich, versteht sich.
oder es fährt in ein sehr, sehr fremdes land, in dem es ja ganz sicher kein einziges wort versteht, setzt sich ans ufer und – schweigt. wie sonst sollte man sich schließlich von der sprache erholen.
so ist es nicht, so war es nicht, eigentlich ist es ganz einfach. so ein tekstatelje mischt sich unerkannt unters badevolk und breitet seine handtücher, die nicht einmal sehr viele buchstaben zieren, aus. um sich vom wind betrügen zu lassen und sich einen sonnenstich respektive sonnenbrand zu holen, wer will schon die uncoole schmiere am körper verteilen, na wer? eben. und so ein brand löscht sich doch mit einem laschko pivo (das ist die orthographische retourkutsche) allemal am besten, flankiert von einem unsozialen kaputschino mali und einem ausgezeichneten sendwitsch, von dem man sich nur unterm tisch abbeißen traut, wenn man ein anständiger mensch ist.
und wenn man ein besonnener mensch ist, dann hacht und seufzt man angesichts der prickelnden schönheit und weite des meeres, an dessen grund diese wunderschönen riesenkieselsteine glitzern. und selbstredend stürzt man sich in die kühlenden wogen und flüchtet angesichts der sich plötzlich vor der eigenen nase befindlichen qualle ebenso schnell wieder raus. davon lässt man sich natürlich nichts anmerken und tut so, als ob man eh genug gebadet hätte.
man führt intelligente gespräche, besonders bei sonnenuntergang:
„warum wird die sonne eigentlich rot, wenn sie untergeht?“
„weil sie sich dafür schämt“
„eh klar, auf das nahe liegendste kommt man immer zuletzt“
als romantischer mensch erkennt man bei der betrachtung der im meer versinkenden sonne die grenzen der sprache. jeder versuch einer beschreibung dieses eigentlich alltäglichen und doch so besonderen ereignisses scheitert kläglich und würde bestenfalls in einer ansammlung kitschigster verse enden. mindestens so kitschig wie eine postkarte mit sonnenuntergang und der schwarzen silhouette eines fischers in einem fischerboot drauf, oder fast alle liebesgedichte.

ist es nicht schön, dass man die schönsten dinge nicht benennen kann? das ist urlaub, für ein tekstatelje zumindest.

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«Ein Mann im Haus...
...erspart den Zimmermann», sag ich immer. Und da ich...
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Nun ist der Zusammenhang...
...und ich versuchs gar nicht ! Grüße Lars //schr eibnetz.twoday.net/ http:/ /schreibnetz.de Tschüss Pr obleme...
schreibnetz - 10. Apr, 16:46
Nun ist der Zusammenhang...
...und ich versuchs gar nicht ! Grüße Lars //schr eibnetz.twoday.net/
schreibnetz - 10. Apr, 16:45
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freilich - 12. Mär, 11:39
aber das ist doch gar...
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humbug - 10. Mär, 06:05
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freilich - 9. Mär, 17:20
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das ist fast k0rrekt, denn ich zb. würde zwar nicht...
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punkt 1: soviel stress...
punkt 1: soviel stress wegen etwas, das die natur auch...
humbug - 9. Mär, 05:59
von einem eingefleischen...
ist das ja schier ein Kompliment
freilich - 8. Mär, 12:18

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